Aus Fehlern lernen: Irrfahrt mit zwei Tauch-Scootern

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Tom (Divemaster, 170 TG) und sein Buddy Kay (AOWD, 110 TG) freuen sich auf den Tauchgang mit Scootern. Die beiden DFVs (Diving Propulsion Vehicles) haben sie sich gebraucht gekauft und wollen die Geräte ausgiebig testen und sich dabei filmen. Dafür sind sie an einen Tauchplatz gereist, an dem sie ohne Guide tauchen dürfen. Das Buddy-Team besorgt sich Flaschen und Blei in der Tauchbasis und bekommt ein genaues Briefing für den Tauchgang. „Immer darauf achten, dass sich das Riff auf der linken Schulterseite befindet“, betont der Basisleiter. Auf keinen Fall sollten sie rechts herum tauchen, weil sie dann an der Außenkante in heftige Strömung geraten können. „Das klingt ja easy“, sagt Kay noch zu seinem Buddy. 

Das Buddy-Team freut sich auf die gemeinsame Scooter-Tour. Foto: W. Pölzer

Die beiden machen einen kurzen Buddy-Check und tauchen ab. Die Scooter sorgen mit ihrem Speed für ungeahnten Vortrieb. Die beiden jagen durch das Riff. Wie Tom hinterher berichtet, hat er Kay beim wilden Herumheizen ständig aus den Augen verloren. Sein Computer schlägt ebenfalls Alarm: Die ungewohnte  Geschwindigkeit führt zu Jo-Jo-Tauchgängen und schnellen Aufstiegen. 

Der Akku von einem Scooter ist leer. Was tun? Foto: W. Pölzer

Leider achten die beiden nicht mehr auf die Navigation und kommen an die Strömungskante. Nicht nur das: Kay zeigt an, dass sein Akku leer ist. Die beiden tauchen zur Oberfläche und merken, dass sie sehr weit abgetrieben wurden.

Die beiden sind vollkommen vom Kurs abgekommen. Foto: W. Pölzer

Tom nimmt Kurs Richtung Land, während er seinen Buddy abschleppt. Nach kurzer Zeit quittiert auch sein Scooter den Dienst.  Die beiden brauchen eine halbe Stunde, bis sie zurück sind. „So einen Chaos-Kurs wie mit den Scootern sind wir noch nie getaucht!“, lautet Toms Fazit. „Und ohne Lade-Check wird nie wieder mit Scootern getaucht.“

Die beiden brauchen eine halbe Stunde, bis sie wieder an Land sind. Foto: W. Pölzer

Fehler 1: Kompass und Tauchcomputer sollte man immer im Auge behalten, damit man nicht zu wilde Profile taucht. Durch die fehlende Navigation sorgt die Reichweite, die Scooter ermöglichen, für Unfallgefahr. 

Fehler 2: Das Fahren mit dem „UW-Torpedo“ macht Spaß, wenn man diszipliniert bei der Sache ist. Absprachen, Zeichen und Notfall-Szenarien müssen bei solchen Touren deshalb sehr genau festgelegt werden. 

Fehler 3: Fahrlässig, dass die beiden die Ladung der DPVs nicht gecheckt haben, aber das war nur ein Teil der Fehlerkette.

VDST-Fachbereich Ausbildung, Theo Konken, Vorstandsmitglied

EXPERTEN-KOMMENTAR
Theo Konken, VDST-Ausbildungsleiter

„Das Herumfahren mit einem UW-Scooter ist auch eine Facette des Sporttauchens, die neue Einblicke in das Tauchen ermöglicht. Die sogenannten DPVs sind zwar in erster Linie für das technische Tauchen und für die Erkundung von Höhlen entwickelt worden, aber der ,Fun-Aspekt‘ spielt auch eine große Rolle. Es ist ohne Frage ein großer Spaß, so einen ,Tauchschlitten‘ bei der Erkundung des Unterwasseruniversums zu steuern.

Doch im Antrieb und der damit verbundenen größeren Reichweite liegen auch die Gefahren: Leider vergessen einige Piloten dabei die Gesetzmäßigkeiten, die für das Tauchen gelten. Das Risiko ist groß, wichtige Sicherheitsaspekte zu vernachlässigen. In diesem Fall wird klar, welche Probleme durch mangelhafte Navigation unter Wasser entstehen können. Genauso wichtig wie ein funktionierendes Buddy-System ist der Umgang mit dem neuen Equipment.

Für den Tauchgang mit UW-Scootern ist ein Spezialkurs immer empfehlenswert. Dabei werden sowohl wichtige Fahrmanöver gezeigt als auch die Technik der UW-Fahrzeuge erläutert. Elementar wichtig ist es, vor jeder Fahrt den Scooter auf die Funktionsfähigkeit und den Ladezustand zu checken. Das wurde hier von den beiden Tauchern sträflich vernachlässigt. Im Kurs lernt man weitere wichtige Aspekte: Wie verhindert man den Partnerverlust und gefährliche Jo-Jo-Tauchgänge? Natürlich wird auch der Einsatz von Computer und Kompass am Scooter gezeigt. Im Specialty-Kurs lernen Taucher wichtige theoretische und praktische Skills, um sicher im Buddy-Team mit Scootern zu fahren.“

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