Schnell ins Warme!

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Er ist kalt, nass und meistens grau. Und dazu die vielen Stunden Dunkelheit, die einen manchmal wie gelähmt aufs Sofa sinken lassen – nein, den Winter muss man in unseren Breiten nicht lieben. Da ist es mehr als selbstversändlich, dass man vom warmen, hellen Süden träumt: von Sonne, Strand und Meer und schönen Tauchspots und Schnorchelausflügen vor der Küste. Im Süden lässt sich der Winter einfach besser aushalten. Und wäre es nicht schön, schon etwas Vorfrühlingsluft zu schnuppern und erste Sonnenstrahlen zu tanken, und das weit vor der Hochsaison? Die Kühle des heimischen Baggersees kann man dann auch getrost vergessen und sich auf zweistellige Wassertemperaturen freuen. Unser Rat an alle Wintergeplagten: Ziel aussuchen, Koffer packen – und ab ins Wasser! Frank Schneider hat dafür passende Reisetipps zusammengestellt.  


Die Wassertemperaturen - so warm ist es jetzt

  • Mittelmeer - Wassertemperatur im Winter: 15 bis 18 Grad - Außentemperatur: 12 bis 22 Grad Celsius
  • Atlantik - Wassertemperatur im Winter: 18 bis 20 Grad Celsius - Außentemperatur: 15 bis 24 Grad Celsius
  • Rotes Meer - Wassertemperatur im Winter: 20 bis 22 Grad Celsius - Außentemperatur: 15 bis 24 Grad Celsius Weitere Infos: www.wassertemperatur.org

FUERTEVENTURA

Zauberhafte Baumkorallen wachsen vor Caleta del Fuste auf Fuerteventura.

Zauberhafte Baumkorallen wachsen vor Caleta del Fuste auf Fuerteventura. Foto: Frank Schneider

Die Bezeichnung „Inseln des ewigen Frühlings“ kommt nicht von ungefähr. Schließlich liegen die Kanaren vor Westafrika. Auch deswegen sind sie so etwas wie die Escape-Taste weg vom Grauwetteralltag. In fünf bis sechs Flugstunden ist man in diesem Außenposten Europas. Wer keine dicken Winterjacken mag, ist hier genau richtig. Ziel für Taucher ist die Ostseite Fuerteventuras. Vom Süden mit der Halbinsel Jandia bis nach Corralejo im Norden finden sich Hotels und Clubanlagen. In Jandia fühlen sich Taucher gut aufgehoben, die etwa im Familienurlaub auch mal ins Wasser wollen – wie am Muränenriff mit seinen Zackenbarschen, großen Kraken und Stechrochen. Ein einfaches Tauchgebiet für Anfänger und Wiedereinsteiger liegt gleich hinter der Hafenmole. Schon dort sind oft Sepien, Makrelen, Brassen und Chu-Chus – große Atlantische Stachelochen – zu sehen. Caleta del Fuste an der Mitte der Ostküste ist ebenfalls ein taucherischer Leckerbissen. Ausgangspunkt ist die schicke Marina mit vielen Cafés und Restaurants. Die Ausfahrten zu den fischreichen Plätzen an der Küste dauern circa 5 bis 15 Minuten. In den Felslandschaften gibt es riesige Muränen mit Putzergarnelen, Tintenfische, Sardinenschwärme, sehr viele Zackenbarsche, häufig Adler- und Stachelrochen und besonders in den Wintermonaten viele Engelhaie. TAUCHBASEN: Deep Blue, www.deep-blue-diving.com; Werner Lau, www.wernerlau.com  

COSTA BRAVA

Traumhaft schöne Bucht: Tamariu. Hier liegt auch gleich die Tauchbasis. Foto: P. Munzinger

Der Klassiker! Hier steht die Wiege des modernen Tauchtourismus. Ehemalige Fischerorte wie Estartit und Tamariu (Foto) haben sich zu Wallfahrtsorten für Unterwasserfans entwickelt. Die Region an der Mittelmeerküste Nordspaniens begeistert seit Jahrzehnten mit Top-Spots, und das nicht nur zur Sommerzeit. Wer glaubt, dass früher – vor 40 Tauchjahren – alles besser war, sollte eines wissen: Mit der Einrichtung von großen Marineschutzparks sind die Tauchgründe heute besser als (fast) je zuvor. Die Fischbestände haben sich bestens erholt – und so gibt es die typischen Braunen Zackenbarsche nicht mehr nur im Handtaschenformat.

Typisch Costa Brava: Hier fühlen sich große Braune Zackenbarsche wohl. Foto: F. Schneider

Dass die Fächerkorallen vor der wilden Küste Kataloniens üppig wachsen ist auch kein Geheimnis. Ebenfalls bekannt ist die Tatsache, dass von Campingplätzen bis kleinen Hotels und Appartements selbst im Winter Unterkunftsmöglichkeiten bestehen. Während der Weg mit dem Auto zwar sehr individuell ist, kommt man mit dem Flieger in zwei bis drei Stunden über Girona oder Barcelona am schnellsten in die Region und dann mit dem Mietwagen ans Tauchziel. TAUCHBASIS: Stollis Tauchbasis, www.stollis-divebase.eu  

SHARM EL SHEIKH

Vor Sharm el Sheikh können sich Taucher über schönste Korallenriffe mit Tausenden Glasfischen freuen.

Vor Sharm el Sheikh können sich Taucher über schönste Korallenriffe mit Tausenden Glasfischen freuen. Foto: F. Schneider

Sharm el Sheikh ist trotz Krisenzeiten nie aus den Köpfen der Rot-Meer-Taucher verschwunden. Mit wieder besseren Flugverbindungen auf die Sinai- Halbinsel stieg die Nachfrage und Reiselust unter Tauchern prompt schlagartig an. Wen wundert’s bei fast gleichen Flugzeiten wie nach Hurghada – und einer Liste an Tauchplätzen, die gleich ein Dutzend Top-Spots des gesamten Roten Meeres umfasst. Zwar ist im Zusammenhang mit Sharm meistens nur vom legendären Ras Mohamed die Rede, aber mit Thomas Reef, Gordon Reef und Jackson Reef fallen sofort die Namen weiterer Sinai-Höhepunkte, auch ohne eine Tauchplatzkarte zur Hand zu nehmen. Dabei wurde Ras Um Sid und das Wrack der „Dunraven“ noch gar nicht erwähnt.
An den Spots vor Sharm el Sheikh tummeln sich auch viele Graue Riffhaie. Foto: F. Schneider

An den Spots vor Sharm el Sheikh tummeln sich auch viele Graue Riffhaie. Foto: F. Schneider

Schönste Korallenriffe, herrliche Fischschwärme, Wracks und gute Chancen auf Großfisch – Sharm el Sheikh ist wieder auf dem Weg, sich zum absouten Tauchtouristen-Magnet am Roten Meer zu entwickeln. TAUCHBASEN: Emperor Divers, www.emperordivers.de/sharm.php; Werner Lau/Sinai Divers, www.wernerlau.com, www.sinaidivers.com; Subex, www.subex.org  

HURGHADA & SAFAGA

Leuchtende Schnapperschwärme tummeln sich vor den Riffen. Foto: F. Schneider

Leuchtende Schnapperschwärme tummeln sich vor den Riffen. Foto: F. Schneider

Einer der kürzesten Wege von Europa aus zu tropischen Riffen führt nach Ägypten, an die nördliche Festlandküste des Roten Meeres: Hurghada und Safaga sind dort nach wie vor die Platzhirsche in Sachen Tauchtourismus. Bei Wassertemperaturen ab 20 Grad Celsius aufwärts kann auch in den ersten Monaten des Jahres zwischen bunten Korallen und unzähligen Fischen entspannt abgetaucht werden. Die Bandbreite an Hotels in Hurghada und direkter Umgebung ist immens groß, aber nicht alle haben eine angeschlossene Tauchbasis. Wer darauf Wert legt, sollte seine Buchung entsprechend ausrichten. Die Tauchplätze der Region sprechen für sich. Wrackfans können sich an den den vier versunkenen Schiffen am Riff Abu Nuhas und der „Rosalie Moller“ austoben, und beim legendären Gorgonienplatz Police Station und dem Careless Reef schwebt man staunend vor schönster Riff-Natur. Safaga ist noch stärker auf Taucher ausgerichtet. Hier finden Gelegenheits- und Rebreathertaucher gleichermaßen eine Anlaufstelle. Abu Kafan, das Panorama Reef und das Wrack der „Salem Express“ zählen zu den Top-Spots. TAUCHBASEN: Euro-Divers, www.euro-divers.com/de; Extra Divers, www.extradivers-worldwide.com; Ilios Dive Club, www.iliosdiveclub.com, Orca Dive Clubs, www.orca-diveclubs.com  

KROATIEN

Gorgonien sorgen an den Felswänden für leuchtende Farbtupfer. Foto: F. Schneider

Gorgonien sorgen an den Felswänden für leuchtende Farbtupfer. Foto: F. Schneider

Besonders vom Südosten Deutschlands und aus Österreich ist Kroatien gut mit dem Auto zu erreichen. Die Region Dalmatien mit der Insel Murter liegt von München etwa 800 Kilometer entfernt. Wer nicht mit dem Auto anreisen mag: die Flughäfen Split und Zadar sind 91 respektive 84 Kilometer von Murter entfernt. In der Umgebung gibt es zahlreiche Tauchplätze unterschiedlichen Charakters. Neben klassischen Mittelmeerriffen mit Gelben Krustenanemonen und verschiedenen Fächerkorallenarten liegen dort auch etliche Wracks. Und die eindrucksvollen Steilwände wird man sowieso nie vergessen. Insgesamt kommt das Revier auf rund 40 Plätze. TAUCHBASIS: Najada, www.najada.com  

MALLORCA

Vor La Dragonera ist die Chance groß, auf einen Barrakudaschwarm zu treffen. Foto: F. Schneider

Vor La Dragonera ist die Chance groß, auf einen Barrakudaschwarm zu treffen. Foto: F. Schneider

Mallorca hat sich mittlerweile bei vielen Tauchern einen Namen gemacht. Nach knapp drei Stunden setzt der Flieger in Palma auf. Mietwagen gibt es auf der großen Baleareninsel zu sehr günstigen Wochenpreisen. Zu den beliebtesten Tauchregionen gehört die im Südwesten vorgelagerte Insel Dragonera, die zum Beispiel von Puerto Andraitx aus angefahren wird. Als Naturschutzgebiet unter und über Wasser bietet die Insel (fast) unendlich viele Tauchmöglichkeiten. Die Szenerie zeigt sich in Form von großen Felsen und steil abfallenden Partien, so etwa auch Cap Tramontana an der nördlichen Spitze der Insel. Besonders im Winter fallen die vielen Nacktschnecken auf. Zu sehen gibt es außerdem Drachenköpfe, Oktopusse, Meeraale, Muränen und Langusten, vor den Felsriffen kreisen Brassen und Barrakuda-Schulen. Grotten und Höhlen laden zum Erkunden ein. TAUCHBASIS: Diving Dragonera, www.aqua-mallorca-diving.com  

GOZO

Das klare Wasser, spannende Höhlen und tolle Wracks – Gozo weiß, Taucher in seinen Bann zu ziehen. Foto: F. Schneider

Das klare Wasser, spannende Höhlen und tolle Wracks – Gozo weiß, Taucher in seinen Bann zu ziehen. Foto: F. Schneider

Keine drei Stunden Flug und der Winter ist abgehakt. Jedenfalls, wenn der Flieger in Malta landet. Von da aus ist es praktisch nur ein Delfinsprung nach Gozo. Auf die kleinere Nachbarinsel gibt es eine Fährverbindung. Während woanders noch Schnee geschippt wird, ist hier im südlichen Mittemeer – je nach Wetterlage – sogar schon ab Ende Februar ein Hauch von Frühling möglich. Denn bevor der sich bei uns daheim anmeldet, wird die honiggelbe Insel Gozo für ein paar Wochen grün und die Blumen blühen. Für einige die schönste Zeit auf der Insel. Getaucht wird natürlich am berühmten Blue Hole mit seinen fantastischen Lichtspielen und bunten Felsüberhängen sowie in den Tiefen der zauberhaften Höhlen. TAUCHBASIS: Nauticteam Gozo www.nauticteam.com (im Februar nach Voranmeldung)  

ELBA

Üppige Gorgonienwälder wachsen an den Steilwänden. Foto: F. Schneider

Üppige Gorgonienwälder wachsen an den Steilwänden. Foto: F. Schneider

Die Toskana ruft nicht nur im Hochsommer – jedenfalls uns Taucher. Auf der Insel Elba ist natürlich nicht das ganze Jahr über Frühling, aber ein Winter wie bei uns ist dort unbekannt. Sogar Silvester können Taucher auf Elba über und unter Wasser feiern. Die Flüge nach Pisa und Florenz (und selbst nach Rom) dauern nur rund zwei Stunden. Mit einem preiswerten Mietwagen (gibt es ab circa 80 Euro/Woche) geht’s nach Piombino. Die Fähre braucht nur 40 Minuten nach Porto Ferraio auf Elba. Unter Wasser erwartet Taucher eine abwechslungsreiche Landschaft aus felsigen Steilwänden, die dicht mit Roten und Gelben Gorgonien bewachsen sind. Muränen, Meeraale und Oktopusse, Goldstriemen und Brassen sind wahrlich keine Saisongäste, und auch die Barrakudas sind das ganze Jahr über zu sehen. Neben dem Wrack von Pomonte im Westen Elbas gibt es vor der Südküste ein kleines Flugzeugwrack. TAUCHBASEN: Aquanautic Elba, www.aquanautic-elba.de  

MADEIRA

Die großen Braunen Zackenbarsche bei Garajau sind einfach der Hit! Foto: F. Schneider

Die großen Braunen Zackenbarsche bei Garajau sind einfach der Hit! Foto: F. Schneider

Die portugiesische Insel Madeira liegt nördlich der Kanaren etwa auf Höhe der marokkanischen Stadt Casablanca. Rund 650 Kilometer von Afrikas Nordwestküste gelegen wird sie nach circa vier bis fünf Stunden Flug von Deutschland aus erreicht. Madeira präsentiert sich warm an Land und mit durchaus exotischen Einflüssen unter Wasser – dem nahen Golfstrom sei Dank. So leben zwischen der Hauptstadt Funchal und dem Flughafen im UW-Naturschutzpark Garajau neben riesigen Zackenbarschen auch Mönchsrobben, Barrakudas, Papagei- und Drückerfische. Wer Mantas sehen will, muss allerdings bis zu den Sommermonaten warten. TAUCHBASEN: Manta Diving Center (ab 1. März), www. mantadiving.com; Madeira Diving Center, www.madeiradivingcenter.com  

GRIECHENLAND

Eindrucksvoll: die Akropolis in Athen. Foto: Fotolia/samott

Eindrucksvoll: die Akropolis in Athen. Foto: Fotolia/samott

Die Region Attika rund um Athen ist einfach ideal für alle, die Kultur, Sightseeing und Shopping gerne mit wunderbarem Mittelmeer-Tauchen verbinden möchten. Die Unterwasserwelt lockt mit vielen Wracks, Höhlen, Steilwänden mit großen Schwämmen und erstaunlich viel Fischbesatz. Athen mit seinen antiken Ausgrabungsstätten, der Fülle an Restaurants, Cafés und Bars sowie unbegrentztem Einkaufserlebnis sorgt für die richtige Abwechslung und ist gerade im Winter durch das Fehlen der Touristenmassen ein ideales Reiseziel. Und das Beste: In drei Stunden Flugzeit ist man in der Metropole und in weiteren 15 Minuten Autofahrt erreicht man die Tauchbasen an der Küste. TAUCHBASEN: Aqua Team, www.aqua5.gr; Aqua Divers Club, www.aquadiversclub.gr

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